Stell Dir vor, alle rennen zum Impfen – und kein Impfstoff ist da!

Die letzte Woche war voll von Meldungen zum Impfen.

Da hat sich zunächst unser neuer Gesundheitsminister Lauterbach am 14.12. hochbesorgt zum Impfstoffmangel geäußert. Die CDU/CSU kann darin natürlich nur eine parteipolitisch motivierte Gemeinheit gegen Herrn Spahn erkennen. Sei dem, wie es wolle. Wobei die Meldungen über nicht gelieferten Impfstoff ja auch nicht gerade Neuheitswert haben. 

Lauterbach schlägt nach Inventur Alarm: Zu wenig Impfstoff für Boosterkampagne

»[…]Die Situation ist ausgesprochen schwierig. Ich habe ja meinen Vorgänger immer gelobt. Aber wir haben einen erheblichen Impfstoffmangel im kommenden Jahr. Das ist Ergebnis unserer Inventur«, sagte Lauterbach nach SPIEGEL-Informationen während der Videokonferenz der Gesundheitsministerinnen und -minister der Länder.

»Für das gesamte erste Quartal ist viel zu wenig Impfstoff gekauft worden. Die Mengen reichen nicht, um die Booster-Impfkampagne zu fahren«, sagte Lauterbach weiter. »In dem wichtigen Monat der Boosterkampagne fehlt der Impfstoff. Und die Situation ist im Februar und März nicht besser.«

Die Teilnehmenden zeigten sich nach SPIEGEL-Informationen erschrocken über die Ankündigung Lauterbachs. Die Neuigkeiten passten nicht zu Impfpflichtdebatte….“

Wohl wahr, kann man da nur sagen!

Und was sonst an diesem Tag noch passierte: Impfkampagne für  5-11Jährige beginnt und NRW will nach vier Wochen boostern

Und wenn am selben Tag (oder war es ein Tag davor, am 13.12.?) die Impfkampagne für 5-11Jährige startet, dann kommt man schon ins Grübeln.

Und noch mehr ins Grübeln wenn die Tagesschau nun wirklich am nämlichen 14.12. von einem Erlass aus NRW berichtet, nach dem die dritte Impfung vier Wochennach der zweiten durchgeführt werden könne:

„Der Erlass kam überraschend: In NRW sollen Booster-Impfungen schon nach vier Wochen verabreicht werden können. Landeschef Wüst betont nun: Eine Empfehlung ist das nicht. Der Zeitraum sei eine „Untergrenze“. Immunologen sehen das kritisch.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung setzt bei den Drittimpfungen gegen das Coronavirus auf Tempo. In einem am Montag unter anderem an Kreise und kreisfreie Städte versandten Erlass hieß es wörtlich: ‚Personen, bei denen die Grundimmunisierung weniger als fünf Monate zurückliegt, sind jedoch nicht zurückzuweisen und ebenfalls zu impfen – sofern ein Mindestabstand von vier Wochen erreicht ist.‘

Inzwischen ist die NRW-Landesregierung, die so löblich „auf Tempo“ setzte zwar wieder etwas zurückgerudert. Aufs Gaspedal drücken, wenn die Räder fehlen… PolitikerInnen  dürfen das!

Vulnerable versus Hypochonder. Wer dieses Rennen wohl gewinnt?

Äh?  Und wie war das mit den Prioritäten? Stichwort „vulnerable Gruppen“. Ich fürchte, die Situation wird stark an den Beginn des Sommerschlussverkaufs in früheren Jahren erinnern. Da warteten die begehrlichen KundInnen schon lange vor Ladenöffnung – manche im Schlafsack. Wenn der Laden dann geöffnet wurde, gab es ein Hauen und Stechen… Achje, die armen medizinischen Fachangestellten. Das Rennen um die vordersten Plätze machen bestimmt nicht diejenigen, die es am Nötigsten hätten. Sondern die mit den kräftigsten Ellenbogen und die hypochondrisch begabten Menschen unter uns.

 

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