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Juni 2020

Liebe Besucherin, lieber Besucher,

Wenn dieses Jahr kein Corona-Jahr wäre, dann wäre es ein Kirschenjahr. Noch nie habe ich die Kirschbäume so vollhängen sehen.

Eigentlich ist mir wichtig, dass ich kein Bild von mir ins Netz stelle. Aber hier mache ich eine Ausnahme: Ich (samt Fotoapparat) spiegle mich in den Kirschen.

Im April schrieb ich, dass die Zahl der Aufrufe dieser Website wegen Thüringen- AFD -FDP- Kemmerich-Ramelow sprunghaft zugenommen haben. Schnee von gestern. Corona hat auch mich voll in den Griff genommen. Mokieerte ich mich zunächst, dass 12 von 14 Meldungen in den Nachrichten (z.B. im Deutschlandfunk) von Corona handelten, habe ich seither inzwischen selbst einen um den anderen Beitrag dazu geschrieben, Informationen gesammelt und hier weitergegeben, Alles ein bisschen gegen den (nicht nur) für mich schwer erträglichen Mainstream.

Die Aufrufe stiegen weiter, an einem Tag waren es 1100, was ja ganz beachtlich ist für eine Seite, auf der es nicht ums Schminken oder Küchengeräte oder schicke Dessous geht. Aber weil der Grund wohl war, dass ich was von Rechtsanwältin Bahner aus Heidelberg eingestellt hatte, bin ich inzwischen nicht mehr so glücklich drüber: Sie hatte eine Normenkontrollklage beim Bundesverfassungsgericht wegen der im Zuge der Corona-Krise auf dem Verwaltungswege erfolgten Grundrechtseinschränkungen eingereicht. So weit, so richtig. Ihr Text war durchaus vernünftig. Sie selbst wohl etwas weniger. Was genau die Hintergründe sind, dass sie total überdrehte und auch vor dem Vergleich mit Nazi-Deutchland nicht zurückschreckte – ich weiß es nicht.

Gerade (6. 6.ff.) kloppe ich mich mit dem KV-Vorsitzenden von Baden-Württemberg, der sich fragt, was für ein Menschenbild ich habe. Und ich frage mich, warum er seine Nachricht an mich mit dem Vermerk „vertraulich“ versehen muss. Was ich mich weniger frage: warum ich auf meine Bitte, die Vertraulichkeit aufzuheben, keine Antwort kriege. Hätte mich gewundert. Nachtrag 15.6. Man soll nicht so voreilig sein: Heute bekam ich eine Antwort… Näheres im Blog (https://ursula-neumann.de/4233-2/ ).

Dies ist ein älteres Foto. Derzeit trägt die Imperia in Konstanz auch einen Mundschutz. Hoffentlich in der vorgeschriebenen, geprüften Qualität.. Aber selbst zu Zeiten des Lockdowns waren Kaiser und Papst offensichtlich von der Maskenpflicht befreit. So wie die Abgeordneten des bayerischen Landtags… während ihre Sekretärinnen und Putzfrauen ab 15.6. Masken tragen müssen…

Inzwischen würde ich gern lieber heute als morgen zur „Normalität“ zurückkehren und von anderen Dingen schreiben. Ich setze „Normalität“ in Anführungszeichen. Denn manchmal frage ich mich, was in dieser Welt normal ist. Wenn Corona die Aufmerksamkeit nicht mehr auf sich zieht wie ein schwarzes Loch die Materie verschluckt, dann spiegeln die wieder auftauchenden Themen auch nicht gerade wieder, was ich gern als „Normalität“ verstehen würde. Oder ist Rassismus normal? Der Krieg in Syrien, in Libyen, die Flüchtlingslager, Trumps Tweets, Unterdrückung in China….

                             

Trotzdem: Das Schreiben macht mir Spaß. Aber ich hoffe natürlich auch, dass die Informationen, die Meinungen, die hier stehen, einen Gewinn für Sie bedeuten oder dass Sie einfach Spaß an manchem haben. Zum Beispiel an Fotos, an Zitaten, die mir aufgefallen sind, an komischen Dingen, die unter der Rubrik „Aufgespießt“ versammelt sind.  Und für mich hoffe ich, dass ich dem Druck widerstehe, möglichst häufig was Neues einzustellen. Sondern dass ich bei meinem Vorsatz bleibe: Wenn mir was Gescheites einfällt, schreibe ich. Wenn nicht, dann nicht!  

Ach ja…. und zu mir „persönlich“ sollte ich auch noch was sagen, damit Sie wenigstens eine Ahnung haben, mit wem Sie es zu tun haben:

Ich bin geboren als es noch keine Laptops, keine Handys, kein Internet gab. Also weit, weit zurück im letzten Jahrtausend., Ich bin (immer noch und immer noch gern und hoffentlich auch gut) als Psychotherapeutin in eigener Praxis tätig.

Zunächst hatte ich allerdings das Diplom in katholischer Theologie gemacht (was ich unter „Jugendsünde“ verbuche), war einige Jahre im kirchlichen Dienst, habe aber recht bald eingesehen, dass es riskant ist, auf einen einzigen Arbeitgeber angewiesen zu sein. Deshalb studierte ich Psychologie und machte die Ausbildung zur Psychoanalytikerin.

Vier  Bücher habe ich bislang veröffentlicht. In den 90er Jahren im Kreuzverlag: „Vom ersten Schrei zur ersten Liebe“ mit dem Untertitel „Ein Aufklärungsbuch für aufgeklärte Eltern“. Es  folgte „Ohne Jeans und Pille“ (Untertitel: „Als ‚man‘ noch heiraten musste“). Das ist ein kleines (antiquarisch immer noch erhältliches Bändchen), in dem ich in kurzen Artikeln Zitate der Autoritäten aus Medizin, Juristerei und Kirche aus den 50er- und 60er Jahren anführe und kommentiere. Tja… was damals „wissenschaftlich erwiesen“ oder „heiligstes Glaubensgut“ war, ist heute auf dem Misthaufen. Und die damaligen Autoritäten würden verdammt ungern daran erinnert werden, welchen Stuss sie damals von sich gaben. Was uns lehren sollte, dass es mit den heutigen „sicheren Erkenntnissen“  der derzeitigen „Experten“ genauso gehen könnte. Gehen wird. Da sammeln wir gerade im Moment sehr viel Material dazu!!! 

2017 erschien bei BoD „Der Kirchenrechtsprofessor nimmt Vernunft an, wird mit mir glücklich und stirbt“:  Eine Teil-Bografie meines 2013 verstorbenen Mannes. Der war Professor für katholisches Kirchenrecht in Tübingen (zusammen mit Josef Ratzinger – inzwischen besser bekannt als Benedikt XVI -, Hans Küng und Norbert Greinacher). Er warf 1977 den Bettel hin, d.h. er gab die kirchliche Lehrerlaubnis zurück (bis heute ein Alleinstellungsmerkmal, nach allem was ich weiß) und verließ die katholische Kirche (wie ich auch). Mit gewissem Recht nannte jemand das Buch (das zum großen Teil aus „Originaldokumenten“ besteht), einen Erotik-Krimi. Aber es decouvriert nicht minder (so meine ich wenigstens) die Machtmechanismen, die Methoden der Unterdrückung und Denunziation in der katholischen Kirche.Wobei ich weiß, dass es in anderen Institutionen keinen Deut besser zugeht. Aber das ist weder eine Entschuldigung, noch macht es die Sache weniger schlimm.

 Im Oktober 2019 erschien im Alibri-Verlag  in der Reihe „Konzeptionen des Humanismus“ (herausgegeben von Horst Groschopp) ein Sammelband mit einer Auswahl eigener alter und neuer Artikel erschienen: „Tätiger Humanismus – Historische Beiträge zu aktuellen Debatten“. Im Frühjahr 2019 war bereits in derselben Reihe  der Band „Humanismus und Kirchenkritik – Beiträge zur Aufklärung“ mit Artikeln meines Mannes herausgekommen. Dazu nabe ich als eine Art Resumée „“Von der Theologie zum Humanismus – eine gemeinsame Entwicklung“ beigesteuert.   

Etliche Jahre war ich berufspolitisch aktiv (Delegierte in der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung und der Psychotherapeutenkammer, sowie als leitende Redakteurin der Verbandszeitschrift meines Berufsverbandes). Daneben und danach habe ich mich seit den 90er Jahren (mal mehr, mal weniger) in der Flüchtlingsarbeit engagiert. Ganz wichtig ist mir mein bürgerrechtliches Engagement (Humanistischen Union und in der Giordano-Bruno-Stiftung).

Wäre schön, wenn Sie meine Seiten gut fänden. Wenigstens das eine oder andere…

Vielleicht gibt es ja mal eine Rückmeldung von Ihnen?

Ursula Neumann