Auvergne etc. August/September 2020

Heute Abend zunächst mal einfach die Bilder. Morgen kommen dann die Erklärungen dazu.

Die Reise ging über die Vogesen (die ersten zwei Bilder sind Wellen am See von Gerardmer) über Burgund/Beaujolais/Brionnais in die Auvergne. Und dann über Haute Savoie in die Schweiz – und komplikationslos zurück nach Deutschland.

Gerade in der Auvergne gibt es an jeder Straßenecke eine romanische Kirche oder mindestens eine Kapelle. In der Regel aus dem 12. Jahrhundert. Von daher ist klar, dass die Reise Architektur-Kunst-Kirchenlastig war. Ich behaupte nicht, dass ich nun jede romanische Kirche kenne. Aber etliche sind es schon.

Daneben aber auch ausreichend Landschaft….

Der See von Gerardmer in den Vogesen… Gerardmer, das war das Ziel der ersten Ferientage mit meinem späteren Mann. 1976 war das. Immer wenn ich dort bin, schmeckt es nach glücklicher Erinnerung… und nach Wehmut. 

Der Ort heißt „Couches“ und liegt in Burgund. Hat aber nichts mit „Kusch“ zu tun. Schon eher mit coucher (schlafen). Denn da habe ich zum erstemal auf der Fahrt übernachtet.

Kontrast zu dem ausgetrockneten, „vergilbten“ Land. Ein blühender Busch. Die Dürre, die vielen toten oder halbtoten Bäume, die Farne, die nicht grün, sondern braun waren… das hat mich auf der Reise traurig gemacht.

Iguérande… Ein wunderbares Portal. Ein guter Start in die Romanik – von der ich mal wieder so viel konsumierte, bis es mir zu den Ohren rauskam.
Auch noch Burgund. Ein aufgelassener Friedhof. Die jüngsten Grabsteine datierten ungefähr auf 1880.
Der wunderschöne Altar (besser gesagt: ein Detail) von Avenas im Beaujolais. Da war ich vor vielen Jahren zum ersten Mal ….
und als ich damals dann weiterfuhr, dachte ich: Mensch, hier müsste es ein Café geben, da würde ich glatt eine Pause machen. Und in der Tat: Da gibt es ein Cáfé. Und in der Tat, ich hielt auch dieses Mal wieder bei den Terasses du Beaujolais an. Mit Maske…. Es gab Milchkaffee und Tarte Tatin.
Mozac – kurz vor Clermont-Ferrand. Eine meiner Lieblingsorte. Was vor allem daran liegt, dass drei der Kapitelle aus unerfindlichen Gründen auf dem Boden stehen und deshalb wunderbar anzusehen und zu fotografieren sind.
Das hier ist – wenn ich es recht erinnere – eine Szene aus der Apokalypse: Engel verschließen den vier Winden den Mund, dass sie nicht blasen können. Aber ich habe keine Ahnung mehr, was die tiefere Bedeutung ist.
Das und das nächste sind jetzt Fotos von Kapitellen, die noch da sind, wo sie hingehören: oben.
Mal wieder keine Ahnung von Ikonographie… Aber ich habe mir für 5 Euro den Führer gekauft. Werde morgen nachgucken.
Das ist die schönste Darstellung von den drei Frauen am leeren Grab… mit Engel, den man auf diesem Bild aber nicht sieht. Auf dem nächsten schon.
Gut, die Nase hat seit dem 12. Jahrhundert etwas Schaden gelitten. Aber ist das Gesicht nicht trotzdem wunderschön? Und wenn man bedenkt: Wie hat man das nur so in Stein gemeißelt fertiggekriegt?
Das ist jetzt schon in Orcival…. nachdem der Puy de Dôme (Vulkan!!!) in Wolken war. Schade, schade.
Und so sieht eine richtige romanische Kirche aus!
Und so eine auvergnatische Madonna. Die sind alle wunderschön und irgendwie sind sie sich alle ähnlich. Blöderweise stehen sie unter einem Glassturz. Kann man ja verstehen. Soll noch ein paar Jahrhunderte halten. Aber zum Fotografieren ist es nicht so einfach.
Diese Türbeschläge sind noch Originale. 12. Jahrhundert wie gesagt.
Nach so viel Kirche ist jetzt mal Landschaft angesagt: Les Roches Tuiliere et Sanadoire. Alles vulkanisch
Lac de Servières… einer der vielen kreisrunden Kraterseen. Diesmal waren da so viele Angler, es war Samstag und die mussten wohl für den Sonntagsfisch sorgen. Aber ich frage mich, ob in dem See noch ein einziger Fisch schwimmt.
Das musste einfach festgehalten werden: Einer machte vor Übermut einen Handstand!
Das ist jetzt ein paar Kilometer weiter der Lac Chambon. wenn man genauer hinschaut sieht man auch die merkwürdige (kreisrunde) Ruine der Burg von Murol.
Und gleich danach ist eine andere der großen romanischen Kirchen der Auvergne: St. Nectaire. War aber diesmal nicht so ein Vergnügen. Coronabedingt wurde man mit Pfeilen sehr exakt geführt. Abseits der vorgeschribenen Wege in der Kirche war nix möglich. Aber einen Eindruck kriegt man schon. Auch wenn ich missgestimmt war.

Das ist jetzt – na, wer hat aufgepasst? – eine typische auvergnatische Madonne. Unterm Glassturz. Hat mich einiges an Zeit und Aufwand gekostet, das Foto wenigstens so hinzukriegen. 

Das ist jetzt Brioude. Diesmal eine Kirche mitten in der Stadt.

Eine sehr schöne (und seltene) Darstellung der gebärenden Maria. Zugegeben: ich war beim Kinderkriegen nicht ganz so entspannt.
So sieht der Fußboden der Kirche von Brioude aus. Kieselsteine Das meiste aus dem 16. Jahrhundert, teile aber aus vorromanischer Zeit
Ich weiß nicht, ob es in Frankreich mehr Katzen gibt als bei uns. Aber sie sind sichtbarer.
Der wunderschöne Kreuzgang von Lavaudiu. Jede Säule hat ihr eigenes Dekor.
Kirche von Lavaudieu mit Sensation: Wie das Fresko beweist, gab es „la masque“ (deutsch:die Alltagsmaske) schon im 12. Jahrhundert. Aber auch schon damals wurde sie oft nicht korrekt getragen. Nicht mal von der allerseeligsten Jungfrau
Eine unglaublich berührende Grablege (gothisch) in Aubazat.
Der Ort heißt Cronce… außer der malerischen Brücke ist mir jetzt nichts aufgefallen
Prades! mit seinen tollen Felsen. „Die Orgeln“ ieht man hier nicht so genau. Aber man darf mir glauben!
Blick auf St. Ilpize. Glaube ich wenigstens. Nebel ist äußerst fotogen. Wenn es nicht ausartet
Chanteugues. Ein bisschen aus der Zeit gefallen. Und fotogener als es zum Wohnen geeignet ist… finde ich.
Kloster und Kirche machen da mehr her….
Wahrscheinlich sind es die Schwalben, die ich vor ein paar Tagen hier in Bottenau fotografiert haben, die sich jetzt an der Klostermauer von Langeac festhalten oder auf dem Dach sitzen. Bon voyage! Und kommt alle bitte heil zurück!
Am Allier. Gegenüber ist die Kirche St. Julien des Chazes…ganz einsam.
Eigentlich eine romanische Kirche. Aber länger zweckentfremdet und wer den Kirchturm genau betrachtet, der zweifelt dran, dass das pure Romanik ist. Ist es auch nicht: Vielmehr viel der alte Kirchturm bei der Restaurirung schlicht und ergreifend zusammen – und man hat ihn halt so gut es ging wieder aufgebaut.
Na, da sind die Basaltorgeln von Prades ja doch noch zur genaueren Betrachtung
Rochegude – kleine Kapelle über dem Allier-Tal. Diesmal ziemlich neblig. Aber nach kurzer Zeit klarte es auf.
Fand ich einfach hübsch: Gepflegte Blumen in Rochegude
Tja. da könnte einem viel dazu einfallen. Vertrauen? Leichtsinn?
Das ist jetzt die Kapelle von Rochegude… nicht zum ersten Mal von mir besucht. Aber vielleicht zum letzten Mal? Mal sehen.
Kurz vor Puy en Velay. Nichts ist langweiliger als strahlend blauer Himmel.
Puy en Velay. Die Kirche wirkt nicht zufällig etwas byzantinisch. Zeit der Kreuzzüge (die übrigens in der Hauptstadt der Auvergne, Clermont-Ferrand von Papst Urban II 1095 ausgerufen wurden. Sollten wir nicht vergessen. Auch wir waren mal Dschihadisten. Gotteskrieger.)
Also, das muss jetzt einfach mit allen möglichen Varianten sein: St Michel auf dem unglaublichen (vulkanischen) Felsen in Aiguilhe
wohlgemerkt: Das ist da oben nicht irgend eine Kapelle minderer Qualität sondern einer wirklich beeindruckende Kirche. Trotzdem bin ich diesmal nicht die etlichen hundert Stufen hoch. Sondern ich fand es ausreichend das Monument zu umkreisen und die fotografisch beste Perspektive zu finden. Aber wer weiß… vielleicht mache ich es doch nochmal!
Als ich zum erstenmal nach Puy en Velay fuhr, wusste ich nichts von diesem beeindruckenden Kegel. Ich fuhr auf die Stadt zu und sah ihn und dachte: Ich glaube, ich spinne oder irgend so was. Hielt am Straßenrand an und staunte. Und fotografierte natürlich. Wäre ja nicht ich.
So. Jetzt reicht es aber wirklich!
Rhoneschleife bei Tournon. Die Fahrt runter an die Rhone….landschaftlich wunderschön. Aber unendlich viele vertrocknete Bäume….
Auf der anderen Seite (bei Grenoble) wieder den Berg hoch… und zum Abschied wird es noch ein bisschen alpin.
…und ländlich. Ich hatte da etwas Angst, denn dauernd kamen Radfahrer mit Karacho runtergebrettert… Ach ja, mit den kleinen Tour-de-France-Adepten habe ich mich ein bisschen ausgesöhnt: Oben auf dem Col du Glandon bat mich zunächst ein Niederländer um en Foto und dann eine Gruppe aus Schtuergert. Ich deutete an, dass ich vielleicht einen Beruf draus machen könnte….
Ohne Probleme in die Schweiz…
… und ein Abschiedsspaziergang am Murtensee.