Kassenärztliche Bundesvereinigung: „Wir brauchen einen geordneten Ausstieg aus dem Krisenmodus“

 Das ist der Titel eines Artikels vom 30.4.20 des änd (Ärztenachrichtendienst) https://www.aend.de/article/205616.

Er ist nur für ÄrztInnen/PsychotherapeutInnen zugänglich. Aber das Wichtigste darf ich zusammenfassen. Der Artikel belegt, wie wichtig es ist, weg vom Tunnelblick auf Corona zu kommen.

Ich weiß jetzt nicht, ob ich mir jetzt was drauf einbilden oder eher traurig sein soll, dass ich bereits am 25.3. auf das Problem hingewiesen habe:

In meiner Umgebung gibt es einen Menschen, der aktuell trotz ernsthafter Symptome nicht zum Arzt geht.- aus Angst vor Corona. Könnte sein, dass es zu spät ist, wenn er tatsächlich geht. – Eine Physiotherapeutin erzählt: Eine Patientin, dreimal pro Woche Lymphdrainage, sagte wegen Corona alle Termine ab. Jetzt sei der Arm geplatzt. ‚Das ist höchste Infektionsgefahr.‘ Ich bin sicher, das sind nicht die einzigen derartigen Fälle….“ https://ursula-neumann.de/unsere-taegliche-triage/?cn-reloaded=1

 

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung stellt also am 30.4. fest:

„Für eine schnelle Rückkehr in die Regelversorgung hat sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung am Donnerstag ausgesprochen. Ansonsten werde es in der zweiten Jahreshälfte zu einer erhöhten Sterblichkeit durch nicht behandelte oder nicht diagnostizierte Krankheiten kommen.

‚Schlaganfälle und Herzinfarkte aber sind lebensbedrohliche Erkrankungen, an denen Patienten mit hoher Wahrscheinlichkeit versterben. An Corona dagegen versterben sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht‘, sagt KBV-Chef Gassen.
‚Wir sprechen in Deutschland aktuell von rund 40.000 nicht ausgeheilten Covid-19-Patienten‘, sagte der Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Dr. Andreas Gassen, am Donnerstag während einer Online-Pressekonferenz. Dagegen stünden Millionen von Patienten, die an COPD, Herzinsuffienz oder Diabetes erkrankt seien. ‚Diese Menschen müssen versorgt werden‘, appellierte Gassen. ‚Es wäre fatal, wenn wir alles außerhalb von Covid-19 jetzt vernachlässigen würden.‘

Es gebe zwar mittlerweile wieder etwas mehr Zulauf in den Praxen. Die Mehrzahl der chronisch Kranken in Deutschland traue sich aber nach wie vor nicht in die Praxen aus Angst, sich mit Sars-CoV-2 anzustecken. 

Er höre erschreckende Geschichten von Kollegen aus den Krankenhäusern: In den Stroke und Chest Pain Units gehe die Patientenzahl dramatisch nach unten. ‚Schlaganfälle und Herzinfarkte aber sind lebensbedrohliche Erkrankungen, an denen Patienten mit hoher Wahrscheinlichkeit versterben. An Corona dagegen versterben sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht‘, mahnte Gassen.

 

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