Heinrich Heine zur Theodizee

Den Hinweis auf dieses Gedicht von Heinrich Heine verdanke ich Hans Jonas… Wie man inzwischen weiß, bilde ich mich bei meinen Ausflügen  (heute zwischen Konstanz, Romanshorn, Dornbirn  und Bezau) derzeit vor allem philosophisch. Nach Popper und Welsch (seither kann ich ohne zu Stolpern „Epistemologie“ sagen) war heute Hans Jonas dran. Und der verwies auf eines der letzten Gedichte von Heinrich Heine (wohl in einem Zyklus, den er „Lazarus“ nannte… aber da muss ich mich noch mal schlau machen.)

Laß die heilgen Parabolen

Laß die heilgen Parabolen,
Laß die frommen Hypothesen –
Suche die verdammten Fragen
Ohne Umschweif uns zu lösen

Warum schleppt sich blutend, elend,
Unter Kreuzlast der Gerechte,
Während glücklich als ein Sieger
Trabt auf hohem Roß der Schlechte?

Woran liegt die Schuld? Ist etwa
Unser Herr nicht ganz allmächtig?
Oder treibt er selbst den Unfug?
Ach, das wäre niederträchtig.

Also fragen wir beständig,
Bis man uns mit einer Handvoll
Erde endlich stopft die Mäuler –
Aber ist das eine Antwort?

Heinrich Heine

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