Axel Hacke for Gesundheitsminister!

Jens Spahn bringt gerade mal wieder „die Alten“ als schützenswerte Gruppe ins Spiel.  (Sie täuschen sich, wenn Sie aus dieser Formulierung auf einen Altersneid bei mir schließen: ich gehöre mit 74 Jahren gut und gerne zu denen, die im Fokus der Ministeraufmerksamkeit stehen):

Der Minister meint: Die Hitze mache besonders den Alten zu schaffen. Das kann ich bei 27,4 Grad Zimmertemperatur nur bestätigen.

Im vergangenen August und September war gerade Corona-Pause: in diesen zwei Monaten wurden lediglich 332 Todesfälle mit dem Label „mit oder an Corona gestorben“ versehen. Gleichzeitig gab es 7792 mehr Todesfälle als im Durchschnitt der Jahre 2016-19. Es ist plausibel, das mit der extremen Hitze in dieser Zeit in Verbindung zu bringen (Vgl. meine Kolumne vom 5.12.20 „Corona: der Tod in der Statistik, die Verhältnismäßigkeit und: „Wer ist hier eigentlich zynisch?“)

Der „Stern“ titelt:

„Spahn will Schutz vor Hitze vor allem für ältere Menschen verbessern“

‘Es gibt in Deutschland seit einigen Jahren im Sommer eine Übersterblichkeit‘, legte Spahn dar. ‚Das hängt mit der Hitze zusammen.‘ Alleine im vergangenen August seien Schätzungen zufolge mehr als 4000 Menschen „wohl wegen der Hitze gestorben“, führte der Minister aus. Temperaturen bis zu 40 Grad bedeuteten gerade für ältere Menschen eine hohe gesundheitliche Belastung und Deutschland habe eine der ältesten Bevölkerungen der Welt.“  

Und was folgt daraus? „Krankenhäuser und Pflegeheime müssten ‚so umgebaut werden, dass die Räume nicht mehr überhitzen können‘“. Dies liege in der ‚Investitionsverantwortung ‚ der Länder und darüber werde er mit den Ländern sprechen.“

Auch das Gesundheitsressort braucht zukünftig eine Art Klimabudget, um nötige Anpassungen im Gesundheitswesen auf den Weg zu bringen“ zitiert das ZDF den Minister.

Und wie geht es weiter? Man ahnt es: China soll ja ganz tolle Klimaanlagen produzieren und  gibt sicher irgendwelche CDU/CSU-PolitikerInnen, die da die passenden Connections haben.

Ich lasse die heiße Frage im heißen Raum stehen, wie das ist mit der Fürsorge durch eine engagierte Klimapolitik für diejenigen, die in 60 Jahren „die ältere Generation“ sein werden. Wer will sich schon daran die Finger verbrennen!

 

Das war der Vorspann. Eigentlich wollte ich von was anderem berichten: Über eine Kolumne von Axel Hacke (Leider kostenpflichtig, man kann aber für 1.99€ einen „Tagespass“ kaufen.)

Deutsche haben während der Lockdowns so viel zugenommen wie 4300 Pottwale1 wiegen

Axel Hacke schreibt: Die Deutschen hätten während der Lockdowns insgesamt 178 000 Tonnen zugenommen, was dem Gewicht von „rund 4300 Pottwalen entspricht“.

Muss ich daran erinnern, dass Übergewicht zu den Hauptursachen des vermeidbaren Frühablebens zählt? (siehe z.B.: „160.000 Tote wegen zu viel Fett, Salz und Zucker“ wohlgemerkt: jährlich in Deutschland.

Axel Hacke braucht da keine Erinnerung, denn er macht folgenden bedenkenswerten Vorschlag: Wenn jetzt das Alltagsritual mit der Bekanntgabe der aktuellen Corona-Fallzahlen (Inzidenz, gemeldete tägliche Ansteckungen, gemeldete an-oder-mit Corona-Todesfälle ) zu einem Ende gekommen sein sollte (Konjunktiv! Konjunktiv!) so könnte diese schmerzliche Lücke gefüllt werden durch Meldungen wie dieser:

„Guten Abend, meine Damen und Herren, das Gesamtgewicht der bundesdeutschen Bevölkerung ist heute von 6,723 Millionen auf 6,689 Millionen Tonnen gesunken, der bundesweite Body-Mass-Index ebenfalls um 0,1 Punkte. Offensichtlich steht das in Zusammenhang mit einer Steigerung der 7-Tage-Schrittinzidenz von 8312 auf 8417….“ Muss natürlich auch überwacht werden: So wie es Steuererklärungen gibt, müsste es Gewichts- und geleistete-Schritt-Erklärungen geben. Die dann von Frau Wanst, Ltd. Übergewichtsrätin bearbeitet werden.  

Axel Hacke for Gesundheitsminister!

Da sollte man mal drüber nachdenken, oder?  

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1) Wem das Beitragsbild oben rätselhaft ist: Das ist so ziemlich mein einziges Wal-.Bild. Wahrscheinlich nicht gerade ein Pottwal, aber immerhin. Aufgenommen beim Whalewatching in Island.

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