…Wer sich zum Krautkopf macht, den fressen die Ziegen… (Volksweisheit)

Als ich gestern behauptete, die Tatsache, dass sich mein Material zu Vereinbarkeits- und Unvereinbarkeitsbeschlüssen auf kirchliche Schriftstücke beziehe, sei in erster Linie dem Umstand geschuldet, dass sich in einem Ex-Theologen-Haushalt naturgemäß  überdurchschnittlich kirchliches Material befände, dass dies aber keineswegs ein getreuer Spiegel der Wirklichkeit sei, kam wie zur Bestätigung das Protokoll eines Vortrags von W. Gehart „Rotary im Deutschland der 1920er bis 1950er Jahre – eine unbequeme Geschichte“.

Hierin wurde das Protokoll des Rotary-Clubs von Zwickau-Glauchau vom 28. April 1933 zitiert. Das heißt: Nur ein Vierteljahr nach der „Machtergreifung“.

Rotary Zwickau-Glauchau wünscht das Fortbestehen der Deutschen Rotary-Clubs, jedoch nur unter folgenden Bedingungen:

1. Mitglieder der einzelnen Rotary-Clubs dürfen nur Männer sein, die arischer Abstammung sind, auf nationalem Boden stehen und sich die Pflege des Deutschtum zur Pflicht machen.

2. Die Führung deutscher Rotarys muß unabhängig vom Auslande sein und ohne irgendwie geartete Bindung in deutschen Händen liegen.

Die erste Bedingung ist im Rotary-Club Zwickau-Glauchau bereits verwirklicht.“

Man wollte sich offensichtlich den neuen Herren empfehlen. Und was hat’s geholfen? Nichts. 

Am 10.7.37 wird angeordnet, dass Parteimitglieder der NSDAP nicht Mitglied bei Rotary sein dürfen und am 4. September desselben Jahres beschließen die Rotary-Clubs in Deutschland und Österreich „freiwillig“ ihre Selbstauflösung. 

Was könn(t)en wir daraus für Schlüsse ziehen?

Nun, zum Beispiel:Nicht nur aus Selbstachtung, sondern aus reinem Selbsterhaltungstrieb sollte man mit manchen Leuten, mit manchen Ideologien keine Kompromisse machen. Schon gar nicht, wenn sie noch nicht fest im Sattel sitzen. Merke: „Wer sich zum Krautkopf macht, den fressen die Ziegen“.  

 

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