Corona: Links der Woche

Nachdem ich letzte Woche aus Zeitmangel einfach einige Links mit interessanten Artikel auf meiner Website vermerkt habe, war die Resonanz (gemessen in „Klicks“) ausgesprochen positiv.

Deshalb heute wieder eine Kollektion:

Corona-Variante in Großbritannien: Zahl der Kinder in Kliniken weiter gering

HIntergrund: Herr Lauterbach wird durch den Tagesschau Faktenfinder am 29.6.21 … hm… nun sagen wir mal: relativiert: Er hatte – was zur Zeit gerade sehr en vogue ist – vor der gefährlichen Delta-Variante gewarnt: In Großbritannien würden bereits viele Kinder mit Covid-10 im Krankenhaus behandelt.

Stimmt nicht… sagt Faktenfinder… und Herr Lauterbach relativierte und meinte sinngemäß: er habe das von irgendeinem schottischen Minister gehört, der von jemand gehört habe… Tja….  

 

Sieben-Tage-Inzidenz taugt wenig: „Kritik an Infektionsschutzgesetz ‚Wir setzen falsche Prioritäten'“

Das folgende ist jetzt zwar ein älteres Interview vom 14.April ’21. Aber meiner Meinung nach immer noch richtig:

Basis für das neue Infektionsschutzgesetz ist die Sieben-Tage-Inzidenz. Doch das ist ein schwerer Fehler, kritisiert Epidemiologe Krause im tagesschau.de-Interview – und schlägt vor, wie es besser gehen könnte.

 

Präzisierung des obigen Interviews: „Warum die Corona-Inzidenz in manchen Kommunen steigt“

An konkreten Beispielen wird wiederum von der Tagesschau am 29.6.21 aufgezeigt, wie die 7-Tage-Inzidenz völlig unsinnige Schlussfolgerungen nahelegt: Nordrhein-Westfalen – Warum die Corona-Inzidenz in manchen Kommunen steigt

Kassenarzt-Chef zur Delta-Variante „Endzeitszenarien unverantwortlich

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Gassen, der manchen Scharfmachern schon lange unliebsam aufgefallen ist, meldete sich zu Wort und hält die derzeitige Debatte „in Teilen fast schon für hysterisch“.

 

Corona: Der eigentliche Klinik-Skandal

Auf Doccheck fand ich den absolut lesenswerten wütenden Artikel eines Intensivmediziners. (In Doccheck können sich auch Normalsterbliche kostenlos einloggen, finde ich durchaus lohnenswert.) Er schreibt:

….. Jede Abstellkammer als Intensivbett gemeldet

Zu Beginn der Pandemie meldeten viele Kliniken jede Abstellkammer als Intensivbett, weil der Bund dafür Beatmungsgeräte und Perfusoren lieferte und es Ausgleichszahlungen für jedes neu geschaffene Bett gab. Personal wurde keines eingestellt. Als im Herbst die Fallzahlen stiegen und die zweite Welle über die Krankenhäuser hereinbrach, wurde es richtig eng. Sukzessive wurden Versorgungskapazitäten wieder aus dem Intensivregister gestrichen, die aufgrund mangelnden Personals niemals belegbar gewesen waren. Ich denke, inzwischen sollte jeder begriffen haben, dass Betten und Beatmungsgeräte keine Patienten versorgen, sondern hierzu spezialisierte Fachkräfte mit einer mehrjährigen Ausbildung benötigt werden…

Lieber ein neues MRT als neue Leute

Ein weiteres Grundproblem ist: Wenn ein Krankenhaus von irgendwoher ein paar Millionen zusätzlich bekommt, wird lieber ein neues MRT oder Herzkatheterlabor angeschafft, anstatt ein paar neue Pflegekräfte oder Assistenzärzte einzustellen. Aus dem simplen Grund, dass dies mehr Profit generiert. Die Leidtragenden sind die unterversorgten Patienten und das überarbeitete Personal.

Es gab fast nur Zustimmung zu dem Artikel. Ein Leser schrieb dazu:

Danke für den verständlich wütenden Beitrag; man kann nur noch den Kopf schütteln über die Unfähigkeit des Gesundheitsministeriums. Der Unterschied zwischen Intensivbett und Intensivplatz mit Personal ist offensichtlich zu schwer zu begreifen. Der Geld verschwenderische Aktionismus ist nicht mehr nachzuvollziehen. 

 

Und zum Schluss die Erinnerung: Es gibt nicht nur Corona!

Jedes Jahr erkranken etwa 300 000 Menschen in Deutschland an der meist durch Zecken übertragenen Lyme Borreliose, schreibt das Ärzteblatt am 24.6.21

Wer sich ein bisschen auskennt, weiß welche Folgen das haben kann. Wer nicht, sollte bei Wikipedia nachlesen.  300 000 pro Jahr – das macht immerhin in zehn Jahren so viel wie alle Corona-Infizierte in Deutschland zusammen. Trotzdem wäre mir nicht erinnerlich, dass irgendein „Kampf gegen Borreliose“ vom RKI oder Gesundheitsministerium ausgerufen worden wäre. Ist halt so…

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