Corona-App: „Spielzeug für die digitale Oberklasse“

Heute kam in der Süddeutschen Zeitung das Interview mit einem Berliner Amtsarzt, Patrick Larscheid. Er ist in Berlin-Reinickendorf tätig, einem Stadteil mit hohem Ausländerarteil und Menschen mit überwiegend niedrigem Einkommen. Überschrift des Interviews: „Ccorona-App: „Ein Spielzeug für die digitale Oberklasse“. https://www.sueddeutsche.de/politik/corona-app-reinickendorf-gesundheitsamt-1.4939185

Die Corona-Warn-App (nur in deutscher und englischer Sprache) könnte von vielen schlecht oder gar nicht deutsch sprechenden Menschen gar nicht genutzt werden.  Zusätzlich (das steht jetzt nicht in dem Interview) braucht man ein ziemlich neues Smartphone, damit man  die App überhaupt runterladen kann.

Patrick Larscheid meint:

„Wir haben hier ein Infektionsgeschehen unter armen Leuten, die schlecht wohnen. Das sind Zustände, wie sie Rudolf Virchow vor 150 Jahren erlebt und bekämpft hat. Hier gibt es sie immer noch. Medizin, das zeigt sich wieder einmal, ist auch politisch: Diese Leute werden immer wieder krank, weil sie so leben, wie sie leben – in ärmlichen Verhältnissen. Und unsereins lädt sich dann die App herunter und fühlt sich gut. Ich empfinde das als eine ziemliche Heuchelei.“

Gehört auch zum Thema: „Vorerkrankung Armut https://ursula-neumann.de/vorerkrankung-armut/?cn-reloaded=1 und „Corona trifft sozial Schwache stärker“ https://www.tagesschau.de/inland/corona-sozial-schwache-101.html

 

 

 

 

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