Bitte Petition unterschreiben: Visa für Künstler:innen aus Afghanistan – JETZT!

Liebe Leserinnen und Leser,

ich möchte Sie ganz herzlich bitten, die folgende Petition für die Visaerteilung von afghanischen KünstlerInnen zu unterschreiben. Sie wurde von meiner Tochter Hannah initiiert. Sie ist Theaterwissenschaftlerin, war mehrmals in Kabul und arbeitet(e)  mit vielen Künstlerinnen und Künstlern aus Afghanistan zusammen.

Heute meldete die Süddeutsche  :

„Afghanistan:Musik? Verboten

Die Taliban regieren Afghanistan. Wer Hoffnung auf die neuen, angeblich moderateren Taliban hatte, bekommt bereits seinen Vorgeschmack: Die Islamisten haben angekündigt, dass im öffentlichen Raum keine Musik mehr erklingen wird. Musik sei unislamisch. Wie es um die Rechte der Frauen bestellt sein wird unter der Herrschaft von Islamgelehrten, die zu derartig vormodernen Auslegungen ihrer Religion kommen, kann sich jeder ausmalen….“

 

 

Kunst ist nicht nebensächlich, Kunst ist für humanes Leben lebensotwendig!

„Kunst“ ist nicht nebensächlich, ist kein Luxus. Wenn wir an die europäische Geschichte denken: Das Theaterstück „Der tolle Tag“  von Beaumarchais war Wegbereiter der französischen Revolution,  „Geben Sie Gedankenfreiheit, Sire!“ in Schillers „Don Carlos“, Das Bild „Guernica“ von Pablo Picasso, der Gefangenenchor aus Verdis Nabucco… All das hatte und hat gesellschaftliche und politische Wirkung.      

Was wäre aus ihnen geworden, wenn niemand sie unterstützt hätte, als sie ins Exil mussten?

Mikis Theodorakis, Max Beckmann, Bertolt Brecht, Paul Celan, Marlene Dietrich, Alfred Döblin, Hilde Domin, Mascha Kaléko, Else Lasker-Schüler, Alfred Kerr, Erika Mann, Melina Mercouri, Max Ophüls, Alexander Solschenizyn,  Bruno Walter, Billy Wilder, Franz Werfel, Stefan Zweig

Das sind einige wenige Namen von KünstlerInnen, die verfolgt wurden und ihre Heimat verlassen mussten. Kunst ist emanzipatorisch und darum gefährlich für Diktatoren. Aufgezählt habe ich berühmte Namen, Menschen, die es vielleicht durch ihre Bekanntheit leichter hatten zu fliehen. Aber heißt das nicht, dass wir für die Unbekannten erst recht das tun müssen, was wir können?

 

Bitte unterzeichnen Sie die folgende Petition 

und leiten Sie sie an möglichst viele Menschen weiter!

 

 

An: Bundesrat (Schweiz), Bundesregierung (Österreich), Bundesregierung (Deutschland)

Visa für Künstler:innen aus Afghanistan – JETZT!

HN
Initiator*in kontaktieren
Gestartet von
Hannah Neumann
 
Visa für Künstler:innen aus Afghanistan - JETZT!

Afghanische Kulturschaffende sind im Fokus der Taliban und extrem gefährdet. Sie müssen schnell und unkompliziert an humanitäre Visa gelangen. Regierungen müssen JETZT reagieren und Künstler:Innen schützen.

Warum ist das wichtig?

VISA FÜR KÜNSTLER:INNEN AUS AFGHANISTAN – JETZT!

#visa4AfghanArtists

Die chaotische Evakuierungsmission in Afghanistan steht im Fokus medialer und politischer Debatten. Primär wird der Umgang mit Ortskräften des Militärs verhandelt. Fast gänzlich ungesehen bleibt die prekäre und lebensgefährliche Situation der zahlreichen Künstler*innen und Kulturschaffenden.
Diese haben sich in den vergangenen Jahren auf besondere Weise exponiert. Trotz großer Gefahr standen sie für Frauenrechte und ein friedliches Miteinander ein und positionierten sich offen gegen die Taliban. Es gab unzählige Kooperationen mit europäischen Kulturinstitutionen. All das macht Künstler*innen zu erklärten Feinden der neuen Machthaber in Kabul und Afghanistan und führt zu einer besonderen Gefährdungslage, auch für die Angehörigen, an denen Rache verübt werden kann. Noch wird zu wenig darüber berichtet, und die Forderungen, Künstler*innen und Kulturschaffende bei Evakuierungen mit zu priorisieren, sind zu zögerlich. Derzeit sitzen noch viele afghanische Kulturschaffende im Land fest. Sie sind untergetaucht und verstecken sich bei Freunden, da die Taliban systematisch ihre Wohnungen durchkämmen. Schon jetzt wurden Künstler*innen gezielt hingerichtet, wie der Comedian Nazar Mohammed oder der Volkssänger Fawad Andarabi. Über 100 Medienhäuser sind geschlossen worden, Musik verboten, die Taliban haben Graffitis zerstört und bei Bildern, auf denen Frauen zu sehen sind, die Gesichter übermalt. Auch ließen sie verlauten, dass es nötig werden könnte, sich als Künstler*innen einen neuen Beruf zu suchen. Man würde die Möglichkeit in Erwägung ziehen, Kunst weiterhin zu dulden, jedoch nur, wenn sie den Gesetzen der Scharia entspräche. Es braucht nicht viel Phantasie sich vorzustellen, was das heisst: es ist das Ende einer freien Kunst in Afghanistan. Solange dies die Situation ist, müssen wir unseren Kolleg*innen helfen, wenigsten im Exil eine Stimme zu behalten, damit die afghanische Kulturlandschaft nicht für immer zum Schweigen gebracht wird. Denn bereits jetzt beginnen afghanische Künstler*innen aus Angst vor den Taliban ihre Kunst selbst zu zerstören.
Wann und ob Flüge wieder ermöglicht werden und welche Grenzen sich öffnen, bleibt abzuwarten. Auch ist die Strategie der Taliban unklar. Aber die deutsche und die europäische Kulturlandschaft müssen sich JETZT dafür stark machen, dass ihre Kolleg*innen aus Afghanistan in Sicherheit gebracht werden, denn SCHON MORGEN kann es zu spät sein! Wir müssen Wege suchen, wie wir afghanische Künstler*innen und Kulturschaffende im Exil aufnehmen, vernetzen und unterstützen können. Dies ist jedoch nur möglich, wenn die Politik deren Schutz und Ausreise prioritär verfolgt! Darum fordern wir vom Auswärtigen Amt, dass die Listen für gefährdete Personen geöffnet bleiben, und dass transparent gemacht wird, wie mit den Listen – und damit mit den Menschen, die darauf stehen – umgegangen wird. Wir fordern grenzüberschreitende Absprachen und grenzüberschreitendes Handeln. Wir fordern, dass Künstler*innen die höchste Gefährdungsstufe zuerkannt wird, und dass man ihnen ohne bürokratische Hindernisse hilft, sich und ihre Familien in Sicherheit zu bringen. Wir fordern, dass Deutschland, Österreich und die Schweiz ein Mindestkontingent für Resettlement zusagt! Austausch- und Stipendienprogramme für besonders gefährdete Kulturschaffende müssen jetzt und in Zukunft nachhaltig erweitert werden. Und auch der deutschsprachige Kulturbetrieb muss seine Türen für afghanische Kolleg*innen öffnen.
Wenn wir jetzt nicht handeln, ist das ein Zeichen für alle Kulturschaffenden, dass man sich in Krisenzeiten nicht auf die internationale Solidarität verlassen kann. Umso wichtiger sind jetzt die richtigen Signale. Das Mindeste ist, dass wir unsere Solidarität zeigen und nicht zulassen, dass eine gesamte Kulturszene leise verschwindet.

Ibrahim Hotak

Hannah Neumann (Universität Siegen)

Julie Paucker (KULA Compagnie)

Niklas Schenck, Filmemacher (True Warriors / Wir sind jetzt hier)

Robert Schuster (KULA Compagnie)

Ronja von Wurmb-Seibel, Filmemacherin (True Warriors / Wir sind jetzt hier)

Mercedes Lauenstein, Autorin (Blanca / Nachts)

Leena Alam, Schauspielerin

Kübra Gümüşay, Autorin (Sprache und Sein)

Franziska Grillmeier, Journalistin

Alexandria Bombach, Filmemacherin (Frame by Frame / on her shoulders)

Jana Pallaske, Schauspielerin (Fack ju Göthe)

Mariko Minoguchi, Filmregisseurin (Tides / Mein Ende. Dein Anfang)

Julia Riedler, Schauspielerin Theater & Film

Hassan Fazili, Filmregisseur (Midnight Traveler)

Fatima Hussaini, Filmregisseurin (Midnight Traveler)

Claudia Bossard, Regisseurin

Azim Fakhri, Graffiti-Künstler

Hassan Nazeri, Wala Internationales Filmfestival

Fabian Saul, Chefredakteur Flaneur & Autor (Boulevard Ring)

Homan Wesa, Regisseur Theater (Ernst Busch)

Basir Hamidy, Kulturevents Orange Media

Lisa Lucassen, Theaterkünstlerin

Julia Drache, oscarnominierte Drehbuchautorin

Nasir Formuli, Chef der Theatergruppe AZDAR

Constanze Schellow, Tanzwissenschaftlerin & Dramaturgin (Hochschule für Musik und Tanz Köln)

Bode Brodmüller, Regisseur Film

Nima Latifi, Filmemacher

Leyla Mousa, Visual Artist (HfbK Hamburg)

Brigitte Hobmeier, Schauspielerin Theater & Film

Jens Oellermann, Fotograf

Maja Beckmann, Schauspielerin Theater (Schauspielhaus Zürich) & Film (Tatort / Stromberg)

Anna Gschnitzer, Autorin (Einfache Leute)

Claudio Ricci, Redakteur (Der Greif)

Andrew Bird, Filmeditor (Fatih Akin)

Lukas Augustin, Regisseur (Unforgiven / Touch Down in Flight)

#visa4AfghanArtists

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