Albert Einstein: Zeit ist das, was man an der Uhr abliest

 

Tja, wenn es immer so einfach gewesen wäre!  Was meinen Sie: Wann wurde in Deutschland eine einheitliche Zeitmessung eingeführt?

Ich wollte es nicht glauben, als ich es bei meinem Soziologie-Spaziergang hörte. Der Prof. erklärte, dasss in früheren Zeiten eine exakte Uhrzeit ziemlich wurscht gewesen sei. Man stand bei Sonnenaufgang auf und ging bei Sonnenuntergang heim. Und wenn die Kirchenglocken läuteten, ging man in die Kirche oder ins Wirtshaus. Wenn es in Hildesheim 12 Uhr war, musste es in Münster nicht auch 12 Uhr sein und in Konstanz schon mal gleich gar nicht – wer aus Hildesheim hatte schon eine Einladung zum Abendessen in Münster? Und wo Konstanz liegen mochte… wen interessierte das und umgekehrt. So weit so gut und so einleuchtend.

Wann hatte Schlamperwirtschaft ein Ende? Tippen Sie mal, bevor Sie weiterlesen. 

Klar: Mit der Eisenbahn kam ein Fahrplan und Ordnung in den Laden. Genauer gesagt gab es die Eisenbahn schon eine Weile, bevor das „Gesetz betreffend die Einführung einer einheitlichen Zeitbestimmung“ im Deutschen Reich (das ja auch noch recht jungen Datums ist) eingeführt wurde:  Verabschiedet wurde es am 12. März 1893 und in Kraft trat es am 1.4. 1893! Schade, für dieses Jahr war ich zu spät dran. Aber wenn ich es nicht vergesse, werde ich 2023 eine Gedenkminute zum 130-jährigen Jahrtag einlegen.

Vorher – so weiß Wikipedia zu berichten musste man die Uhr fünfmal umstellen, wenn man mit jeweils korrekter Uhrzeit den Bodensee umrunden wollte: Vom Großherzogtum Baden ging es ins Königreich Württemberg, von dort ins Königreich Bayern, dann nach Österreich-Ungarn, dann in die Schweiz und dann wieder nach Baden.

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