ER ist noch da – und ich blick nicht mehr durch

Im letzten Beitrag beschäftigte ich mich mit dem Ministerpräsidenten eines nicht gerade großen und nicht gerade wohlhabenden Bundeslandes . Der hatte 25 Stunden gebraucht, bis bei ihm der Groschen fiel, dass es nur eine einzige Option  gegeben hätte, als die AfD ihn ins Amt gehievt hat (jaja, die CDU auch…): Die Wahl nicht anzunehmen. 

Ich hatte die Meldung so verstanden, Herr Kemmerich wäre zurückgetreten. Also richtig zurückgetreten.

Aber da habe ich was nicht kapiert und vielleicht ist es so wie bei jener britischen Premierministerin, die landauf-auslandlandab verkündete „Brexit means Brexit“ und niemand (sie eingeschlossen, I suppose) wusste nicht so genau, was das nun heißen solle. 

Ich korrigiere mich:  Herr Kemmerich bekleidet immer noch das Amt des Ministerpräsidenten. Aus Verantwortung für das Land, versteht sich, und weil es nicht anders geht. Es ist nämlich sonst grad niemand zur Hand, der regieren könnte/dürfte. Regieren kann er zwar auch nicht, denn das ist ein bisschen schwierig ohne Minister. Aber er könnte zum Beispiel das Band bei der Eröffnung eines neuen Straßenabschnitts durchschneiden oder 90-Jährigen zum Geburtstag eine Ehrenurkunde mit seiner Unterschrift ausstellen (Aufheben! Die Erben werden diese Rarität für teuer Geld verscherbeln können!)

Immerhin ist nett, dass er keine Minister ernannt hat. Denn denen stünden sicher bei ihrem voraussehbaren Rücktritt auch Übergangsgelder zu.

Da meine Rechnung nicht stimmt (das ist manchen andern in den letzten Tagen auch so gegangen, bei denen die Rechnung nicht aufgegangen ist), korrigiere ich mich abermals: Herr Ministerpräsident Kemmerich bekommt 93 000 Euro nicht für 25 Stunden im Amt sondern für 25 Stunden + X verdienstvollen Wirkens.Wenn es dann wirklich-wirklich so weit ist, liefere ich die exakten Zahlen. 

Jaja, schon richtig, hab ich auch gelesen: Er will das Geld nicht annehmen. Warten wir’s ab. Mein Vorschlag wäre: Herr Kemmerich, nehmen Sie das Geld ruhig an und spenden Sie es für „Aussteigerprogramme für Rechtsextremisten“ des nun bestimmt unverdächtigen Bundesamtes für Verfassungsschutz.

 

Zwei Stunden später: Eilmeldung der Süddeutschen am 8.2. um  15.16:

Ministerpräsident Kemmerich tritt sofort zurück

Ich mache mich trotzdem noch nicht ans Ausrechnen seines Stundenlohns und denke, Sie haben Verständnis dafür. 

 

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